Müller-Konzern schließt, Beschäftigte zahlen den Preis: Solidarität mit den Kolleg*innen in Leppersdorf!

Die geplante Schließung der Schnittkäserei bei Sachsenmilch ist ein Schlag ins Gesicht für die Beschäftigten. Die Unternehmensgruppe Theo Müller handelt nicht zum ersten Mal verantwortungslos. Die Zukunft der sächsischen Standorte und Belegschaften ist ihr scheinbar egal.

Müller-Konzern schließt, Beschäftigte zahlen den Preis:  Solidarität mit den Kolleg*innen in Leppersdorf!
Photo by Maayan Nemanov / Unsplash

Müller plant, die Schnittkäserei bei Sachsenmilch in Leppersdorf zum Jahresende 2026 zu schließen. Rund 160 Beschäftigte sind betroffen. Erst vor wenigen Wochen hatte der Konzern angekündigt, die sächsische Vogtlandmilch in Plauen übernehmen zu wollen. Nun folgt die nächste Schließungsankündigung. Das wirft grundsätzliche Fragen auf: Welche Perspektive haben die Beschäftigten, wenn ein Konzern Betriebe übernimmt, Produktionsbereiche aufgibt und Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg trifft? Es muss klar sein: Wer in Sachsen wirtschaftet und von den Menschen, ihrer Arbeit und der Infrastruktur vor Ort profitiert, trägt Verantwortung für gute Arbeitsplätze und die Zukunft der Region.

Kaufen, verlagern, schließen – eine fatale Unternehmensstrategie

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert die Pläne zu Recht scharf. Statt Standorte weiterzuentwickeln, in ihre Zukunft zu investieren und sie an veränderte Marktbedingungen anzupassen, setzt die Unternehmensgruppe auf Stilllegungen.
Das Muster ist alarmierend: Bereits 2024 wurde der Landliebe-Standort in Schefflenz geschlossen und die Produktion verlagert. Das Landliebe-Werk in Heilbronn soll bis Ende 2026 abgewickelt werden. Auch das Homann-Saucenwerk in Rogätz (Sachsen-Anhalt) soll bis Ende September 2027 schließen. Jetzt stehen erneut Arbeitsplätze auf dem Spiel. Das Unternehmen hat nichts unternommen, um die betroffenen Standorte zukunftsfähig aufzustellen. Jahrelang wurde mit dem Wissen und der Arbeitskraft der Beschäftigten gutes Geld verdient. Jetzt sollen sie die Leidtragenden sein, weil die Konzernleitung den Hals nicht voll bekommt.

Leppersdorf: Beschäftigung und Mitbestimmung sichern

Die Kolleg*innen in Leppersdorf brauchen jetzt verbindliche Perspektiven.  Die Unternehmensgruppe muss allen Betroffenen gleichwertige Arbeitsplätze zu den bisherigen Bedingungen anbieten – ohne Einkommensverluste und mit guten Arbeitsbedingungen. Die Beschäftigten dürfen nicht gezwungen sein, Verschlechterungen ihrer Verträge hinzunehmen, um ihren Arbeitsplatz zu behalten.

Nicht hinnehmbar ist zudem, dass der Betriebsrat erst so spät beteiligt wurde. Mitbestimmung darf keine nachträgliche Formalie sein, wenn die wesentlichen Entscheidungen längst gefallen sind. Betriebsräte und Gewerkschaften müssen frühzeitig einbezogen werden, damit Alternativen ernsthaft geprüft und Lösungen im Interesse der Beschäftigten gefunden werden können.

Theo Müller: Verantwortungsloser Milliardär mit Nähe zum Rechtsextremismus

Besonders unverständlich ist diese Entwicklung vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Stärke der Unternehmensgruppe. Sie erwirtschaftete 2025 nach eigenen Angaben einen Umsatz von 10,3 Milliarden Euro. Während sich der Milliardär Theo Müller weiter die Taschen vollmacht, müssen Beschäftigte um ihre berufliche Zukunft bangen.

Ministerpräsident Michael Kretschmer verlieh Theo Müller 2021 den Sächsischen Verdienstorden. Während Müller Subventionen für seinen Molkereibetrieb in Sachsen abgegriffen hat, zog er in die Schweiz, um Steuern zu sparen. Noch schwerwiegender ist Müllers öffentlich bekannte Nähe zur AfD. Er bezeichnete die AfD-Vorsitzende Alice Weidel als Freundin und schlug im Vorfeld der sächsischen Landtagswahl 2024 eine Koalition der CDU mit der AfD vor.  Wer eine gesichert rechtsextreme Partei unterstützt und seine Beschäftigten ausbeutet, verdient vieles, aber sicher keinen Orden.

Solidarität mit den Beschäftigten!

Unsere Solidarität gilt den Kolleg*innen bei Sachsenmilch in Leppersdorf und bei Homann in Rogätz, sowie ihrer Gewerkschaft NGG und den Betriebsräten, die für die Interessen der Beschäftigten kämpfen.

Jetzt braucht es verbindliche Zusagen, echte Mitbestimmung statt vollendeter Tatsachen und eine Unternehmenspolitik, die Menschen nicht hinter Renditeerwartungen zurückstellt.

Die Beschäftigten haben den Erfolg dieses Konzerns erarbeitet. Sie haben Anspruch auf Sicherheit, Respekt und eine sichere Zukunftsperspektive – auch in Sachsen!


Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
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Auch die NGG kritisiert die geplanten Schließungen von Homann und Sachsenmilch scharf.

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