Fehlende Postfilialen: Schlechte Versorgung im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Auswertung der schriftlichen Frage Nr. 04/0330
Die Antworten der Bundesregierung auf Anfragen der Fraktion Die Linke im Bundestag zeigen einen weiteren Rückgang der Postfilialen in Sachsen: Ende 2024 gab es noch 707 sogenannte Universaldienstfilialen, ein Jahr später nur noch 685 – ein Wegfall von 22 Standorten. Auch im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen.Die Deutsche Post ist gesetzlich verpflichtet, eine flächendeckende Grundversorgung sicherzustellen. In Ortschaften mit mehr als 2.000 Einwohnern muss es eine Filiale geben, in größeren Kommunen und Städten darf die nächste Filiale maximal zwei Kilometer entfernt sein. Als Filialen gelten dabei häufig Partnerstellen im Einzelhandel, etwa Supermärkte oder Kioske, in denen Briefmarken verkauft oder Pakete angenommen werden. Seit dem vergangenen Jahr werden zudem auch Automaten als Filialen anerkannt.Gerade vor diesem Hintergrund ist es besonders problematisch, dass gesetzlich vorgeschriebene Pflichtstandorte aktuell unbesetzt sind. In ganz Sachsen betrifft das mehrere Orte, darunter auch zwei im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge:Struppen und Pirna-Graupa.Diese Pflichtstandorte sind eigentlich Teil der gesetzlichen Grundversorgung und sollen sicherstellen, dass Postdienstleistungen flächendeckend erreichbar sind. Ihr Ausfall hat direkte Auswirkungen vor Ort: Menschen müssen längere Wege in Kauf nehmen, haben schlechteren Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und sind im Alltag eingeschränkt – insbesondere im ländlichen Raum, bei älteren Menschen oder Personen ohne Auto.
Insgesamt macht die Antwort deutlich:• Die Versorgung mit Postdienstleistungen verschlechtert sich schleichend.• Selbst gesetzliche Mindeststandards werden aktuell nicht vollständig eingehalten.• Besonders ländliche Regionen wie der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind betroffen.
O-Ton Zada Salihović (MdB, Die Linke)
„Die Zahlen der Bundesregierung bestätigen, was viele Menschen vor Ort längst spüren: Die Post zieht sich Stück für Stück aus der Fläche zurück. Wenn selbst gesetzlich vorgeschriebene Standorte wie in Struppen oder Pirna-Graupa unbesetzt bleiben, ist das kein Einzelfall mehr, sondern ein strukturelles Versorgungsproblem. Gerade wenn man die Abwanderung aus dem ländlichen Raum Ostdeutschlands stoppen will, ist die Bundesregierung in der Pflicht, endlich Lösungen für eine verlässliche Versorgung zu entwickeln.“
Artikel wurde am 18. Mai 2026 gedruckt. Die aktuelle Version gibt es unter https://www.zadasalihovic.de/aktuelles/fehlende-postfilialen-schlechte-versorgung-im-landkreis-sachsische-schweiz-osterzgebirge/.